Oktober 2025
Workshop
VISTA Science Experience Center
3 Min. Lesezeit
Mit: Stefan Schönauer

AI in Science Futures

Leitung eines Workshops zur kritischen Auseinandersetzung mit KI-Zukunftsszenarien in der Wissenschaft mit Rollenspielen und kreativen Methoden.

Photo from the workshop, people sitting around tables with craft supplies, applauding. A group of people presenting a poster in front of a projection of the workshop title.
© Niko Havranek | ISTA

Der Workshop

Für das Eröffnungswochenende des VISTA Science Experience Centers in Klosterneuburg entwickelten wir ein spielerisches Workshop-Format. Mit Worldbuilding- und Rollenspiel-Techniken schufen wir einen niedrigschwelligen Zugang zu Diskussionen über KI in wissenschaftlichen Kontexten. Der öffentliche Workshop entfaltete über zwei Stunden spekulative Zukunftsnarrative und band alle Teilnehmer*innen in Gruppendiskussionen und kreative Übungen ein.

Illustration of the workshop title with two characters, one humanoid robot and one fool using tech-gadgets in the style of tarot cards.
© Stefan Schönauer

Kontext

Das VISTA Science Experience Center liegt am Campus des Institute of Science and Technology Austria (ISTA) – einem internationalen Forschungsinstitut für Physik, Mathematik, Informatik und Lebenswissenschaften. Das Zentrum vermittelt wissenschaftliche Arbeit und Erkenntnisse an eine breite Öffentlichkeit und positioniert sich zwischen Gesellschaft und Wissenschaft. Für das Eröffnungswochenende leiteten wir einen Workshop zur kritischen Betrachtung künstlicher Intelligenz im wissenschaftlichen Kontext.


Technologie neu definieren

Um starre Vorstellungen von KI und Wissenschaft aufzubrechen, nutzten wir Tarot-Archetypen als Ausgangspunkt für ethische, ökologische und moralische Erkundungen. In einer kurzen Einführung zu aktuellen KI-Prognosen und alltäglichen Herausforderungen der Wissenschaft stellten wir Tarot spielerisch als analoge, archaische Technologie vor – gar nicht so verschieden von KI und LLMs.

A group of people presenting their poster, holding sheets of paper in front of a projection of the workshop title.
© Niko Havranek | ISTA

Beide werden oft als mystisch, undurchsichtig und gefährlich abgetan, beide schöpfen aus großen Wissenskonvoluten – KI aus Trainingsdaten, Tarot aus dem kollektiven Unbewussten nach Carl Jung. Vielleicht sind sie sich ähnlicher als zunächst gedacht. Für die technischen Einblicke stützten wir uns auf den AI 2027 Report.

Photo of the workshop participants following the introduction.
© Niko Havranek | ISTA
Photo of the workshop participants following the introduction.
© Niko Havranek | ISTA

Perspektivwechsel

Wir führten spezifische Narrative ein mit Wissenschaftler*innen, Aktivist*innen und Menschen aus dem Alltag. Diese Vignetten beschrieben eine Zukunft mit enger KI-Wissenschafts-Verflechtung und zeigten Konfliktpunkte auf, die es zu lösen oder zumindest kritisch zu betrachten galt. Um das Eis zu brechen und Menschen aus ihren alltäglichen Denkmustern herauszuholen, zog jede*r einen Tarot-Archetyp, der die eigene Haltung zum Thema für die Workshop-Dauer inspirierte.


Spekulative Welten

Diese Narrative basierten auf drei spezifischen »Welten«: KI als Wissenschaftler*in, symbiotische Kollaborationen und Biohacking-Chaos. Diese sind auch in der Arbeit »AI, as a Scientist« der Dauerausstellung des VISTA Science Experience Centers präsent. So erweiterte der Workshop nahtlos die Besucher*innenerfahrung.

A presentation slide depicting the 3 world scenarios used in the workshop.

KI als Wissenschaftler*in

KI entwickelt schneller als jeder Mensch und löst Probleme, die wir nicht mehr vollständig verstehen. Die Wissenschaft schreitet voran, aber ihre Logik ist in der Maschine verborgen.

Wie bleibst du neugierig, wenn die Antworten unleserlich sind?

Symbiotische Kollaboration

KI hilft uns, die verborgene Komplexität lebender Systeme zu verstehen – Ökosysteme, Mikroben, ganze Lebensnetzwerke. Aber von Menschen gebaute Werkzeuge riskieren, die Welt nach unserem Bild zu formen.

Können wir mit der Natur bauen, nicht über sie hinweg?

Biohacking-Chaos

KI-Tools sind überall – freigeschaltet, gemixt und von jedem neu gestaltet. Innovation explodiert, aber auch die Risiken.

Was züchtest du in einer Welt ohne Regeln?


Neue Archetypen gestalten

Zum Abschluss arbeiteten alle in Gruppen – sie gestalteten Collagen, skizzierten und schrieben. So entstanden neue Archetypen, Symbole und Geschichten aus ihren Szenarien: originell und zum Nachdenken anregend. Ausgehend vom ursprünglichen Impuls des Tarot als Reflexionswerkzeug hielten sie ihre Gedanken, Emotionen und Narrative in Form neuer, erfindungsreicher Tarot-Karten fest.

Photograph of two workshop participants holding their tarot-card-poster.
© Niko Havranek | ISTA

Gemeinsam gestalteten sie ein Archetypen-Deck für eine ungewisse Zukunft von Wissenschaftler*innen und Gesellschaft im Umgang mit durchdringenden, hochintelligenten KI-Systemen.

Die Teilnehmer*innen schrieben, collagierten und skizzierten geschickt ihre Geschichten und präsentierten sie schließlich ihren Mitstreiter*innen – den KI-stronauten.

Photo of one of the big tarot card posters created during the workshop. This one is titled
Photo of one of the big tarot card posters created during the workshop. This one is titled


Credits

Workshop realisiert für das VISTA Science Experience Center In Zusammenarbeit mit Stefan Schönauer. Dank an Lucy Li.