Democrazy
Dokumentation der Herausforderungen bei der Bürgerbeteiligung in der Wiener Politik durch eine illustrierte Broschüre.

Verrückte Demokratie
Als Teil eines Projekts zur Entwicklung der Demokratie in der heutigen Welt wollten wir herausfinden, was es braucht, um in unserem Wohngebiet etwas zu verändern. Konkret ging es darum zu erfahren, wie einfach es für einzelne Bürger*innen ist, ein produktives Gespräch mit lokalen Politiker*innen zu führen. Es stellte sich heraus, dass es nicht so einfach war, wie Flugblätter, Werbungen und Informationsmaterial suggerieren. Da nicht alle Teammitglieder im selben Bezirk wohnen, führten wir eine Umfrage in einem Wiener Kaffeehaus durch. Die Idee war, die Ergebnisse dieser Umfrage in den politischen Diskurs einzubringen und herauszufinden, wie eine originelle Idee von offizieller Seite behandelt wird.

Die Broschüre
Nach zwei Wochen endloser Versuche, Gesprächspartner*innen zu erreichen, mussten wir zunächst die Projektziele über den Haufen werfen. Da wir von unseren Erfahrungen so überrascht waren, hielten wir es für notwendig, diese in einem finalen Produkt auszudrücken. Nur ein Beispiel: Wir wurden zu einem sogenannten »Grätzel Meeting« eingeladen. Ein »Grätzel Meeting« ist eine Möglichkeit für Bürger*innen, sich produktiv am politischen Prozess zu beteiligen. Das »Grätzel Meeting«, das an der Adresse eines Pensionist*innenheims angekündigt war, fand im März bei etwa 5 Grad Celsius vor dem Gebäude statt. Die ersten unterkühlten Pensionist*innen verließen die schlecht beworbene Veranstaltung nach wenigen Minuten. Das war nur eine von vielen Erfahrungen auf unserem Weg, die sich etwas ungeschickt anfühlten.
Um unsere Erkenntnisse und Schwierigkeiten zu dokumentieren, beschlossen wir, unsere Geschichte illustrativ in einer kurzen, sarkastischen Broschüre zu erzählen.


Credits
Dieses Projekt entstand in Zusammenarbeit mit Camilla Giani und Elena Doncev.