Music Box
Bau einer handgekurbelten mechanischen Spieluhr von Grund auf, 2019 – mit Stiftwalze, Stimmzungen und eigenem Gehäuse, inspiriert von Wintergatans Marble Machine.
Nicht meine Idee.
Nach der Inspiration durch die Arbeit des schwedischen Musikers und Hobbybastlers Martin Molin entschied ich mich, eine eigene Version seiner »Music Box« zu bauen. Eine elektrisch angetriebene Walze zieht einen gelochten Papierstreifen durch eine mechanische Spieluhr.

Analoges MIDI
Zunächst erstellte ich eine »digitale Version« der Spieluhr, indem ich alle einzelnen Noten aufnahm (die Spieluhr ist fest auf C-Dur programmiert) und in meine DAW importierte. Dann komponierte ich einen Track mit MIDI und druckte das Ergebnis auf Vorlagen. Das Muster übertrug ich dann auf den eigentlichen Musikstreifen für die Spieluhr. Ein »To-Lasercut«-Script wäre ein schönes Nebenprojekt für die Zukunft.

Mechanik
Der fertige Musikstreifen (ca. 3,5 m lang) wurde auf eine Holzrolle gespult und durch die eigentliche Spieluhr geführt, die über Gummibänder aufgehängt und von einem Kontaktmikrofon abgenommen wurde, in einen Vorschubmechanismus aus vier gummibeschichteten Edelstahl-Walzen. Den Antrieb übernahm ein drehzahlgeregelter 12-V-Gleichstrommotor. Auf der Rückseite brachte ich eine 6,3-mm-Klinkenbuchse an, um das Signal in einen Verstärker oder ein Audio-Interface zu leiten.




Verbesserungen und Nachleben
Die Konstruktion erfüllte zwar ihren Zweck, aber einige Dinge sind definitiv verbesserungswürdig. Das Signal-Rausch-Verhältnis ist längst nicht dort, wo es sein sollte, und die Aufhängung ist etwas zu locker, was die Timing-Präzision beeinträchtigt. Trotzdem wird die selbstgebaute Spieluhr seither intensiv genutzt. Sie liefert einfach eine sehr authentische Aufnahme des Glockentons einer Spieluhr.


