Oktober 2025
Exhibition Design
MDW Vienna
3 Min. Lesezeit
Mit: Max Kure, Anton Posch

Sound of Insight

Gestaltung einer räumlichen Erfahrung an der MDW Wien, die Forschung in Begegnung übersetzt.

Besucher·innen erkunden die Ausstellung Sound of Insight in den fließenden Gängen
© Daniel Willinger

Die drei Säulen der Universität

Universitäten ruhen auf drei fundamentalen Säulen: Lehre, Forschung und der dritten – oft übersehenen – Säule des Wissenstransfers und der Kommunikation ihrer Arbeit an die Öffentlichkeit. Sound of Insight entstand genau für diese essenzielle dritte Kategorie: die komplexe Forschung der MDW-Institute in eine zugängliche räumliche Erfahrung zu übersetzen.

Eröffnungsabend der Sound of Insight Vernissage mit vielen Besucher·innen
© Daniel Willinger

Die Ausstellung, kuratiert von Stephan Polzer, eröffnete als Teil der Foto Wien 2025 und lief von Oktober bis September. Sie bot Einblicke in künstlerische Arbeit sowie Forschungspraktiken verschiedener Institute und Labore der Universität; durch die Linse audiovisueller Medien und Fotografie.


MDW Future Art Lab

Die Standortwahl war entscheidend für den Erfolg der Ausstellung. Das Future Art Lab der MDW bot ein Gebäude, dessen Gänge in konstantem Fluss existieren – Treppen schwingen in runde Ecken, offene Grundrisse gehen nahtlos ineinander über. Eine dynamische architektonische Leinwand, die die fließende Natur der Forschung selbst spiegelt.

Geschwungene Treppe im Future Art Lab zeigt die fließende Architektur des Gebäudes
© Daniel Willinger
Besucher·innen versammeln sich in den geschwungenen Räumen der Ausstellung
© Daniel Willinger

In diesen fließenden Bereichen schufen wir geschichtete Informations-Hotspots, jeder fokussiert auf ein anderes Thema eines anderen Instituts. Die Architektur selbst wurde Teil der Erzählung – ihre organische Geometrie, die Idee von Forschung als lebendige, sich entwickelnde Praxis.

Ein·e einzelne·r Besucher·in betrachtet nachdenklich die Ausstellungsmaterialien im geschwungenen Gang
© Daniel Willinger

Visuelles System

Die monotone Farbgebung des Future Art Lab war Herausforderung und Chance zugleich. Um visuelle Klarheit zu schaffen, entwickelten wir ein Farbcodesystem: Jeder Forschungsbereich erhielt eine lebendige Farbe, die gezielt mit der neutralen Palette des Gebäudes kontrastiert.

Dieser Ansatz schuf distinkte Informationszonen bei gleichzeitiger Kohärenz im gesamten Raum. Die kraftvollen Farben fungierten als Leitsystem und führten Besucher·innen durch verschiedene Forschungsgebiete, während die einheitliche Identität der Ausstellung erhalten blieb.

Nahaufnahme der Ausstellungsbeschriftung zeigt das kraftvolle Farbcodesystem
© Stephan Polzer

Typografie

Wir wählten Raster Grotesk als Primärschrift – eine Entscheidung, die sowohl das Digitale als auch das Analoge verkörperte, wie Schallwellen im Raum, aber diskret wie Bits in einer Maschine.

Diese Philosophie durchzog die gesamte Ausstellung: Abgerundete Ecken und kraftvolle Farben schufen eine konsistente visuelle Sprache, die alle grafischen Elemente vereinte und das Thema der Forschung als grenzenlose Erkundung unterstützte.

Großer Richtungspfeil zeigt die Typografie Raster Grotesk und den Ansatz mit abgerundeten Ecken
© Stephan Polzer

Medien-Setup

Für die Präsentation audiovisueller Arbeiten konstruierten wir drei maßgeschneiderte Podeste, jedes mit einem Mediaplayer und Bildschirm für Videopräsentationen ausgestattet. Ein Projektor wurde hochkant montiert um großformatige Fotografien sowie Informationen zu projizieren.

Isometrische Ansicht der maßgeschneiderten Medienpodeste zeigt ihre Integration in den Raum
© Daniel Willinger
Detail des Medien-Setups mit Bildschirm und Projektionsausrüstung
© Daniel Willinger

Die mediale Infrastruktur war bewusst zurückhaltend gestaltet – so konnte der Forschungsinhalt im Mittelpunkt stehen, während die technische Basis für audiovisuelle Präsentationen gesichert blieb. Jede Station funktionierte eigenständig und fügte sich zugleich in die übergreifende Erzählung ein.


Überblick

Sound of Insights entstand aus dem Wunsch, Forschung in eine räumliche Erfahrung zu übersetzen und das Publikum auf multisensorischer Ebene zu erreichen. Die zentrale Herausforderung: eine packende Ausstellung zu schaffen, die während des laufenden Universitätsbetriebs zugänglich bleibt.

Unser Ansatz verband grafische Sprache, strategische audiovisuelle Interventionen und eine konsequente Nutzung der verfügbaren Wandflächen – akzentuiert und geleitet durch gezieltes Licht. So entstand eine Ausstellung, die als Informationsdisplay ebenso funktionierte wie als Beweis dafür, dass Design komplexe Forschung zugänglich machen kann.

Weitwinkelansicht des Future Art Lab zeigt die komplette Ausstellungsinstallation
© Daniel Willinger

Credits

Inhaltliche Partner:
Alex Hofmann – Musikalische Akustik
Elsa Campbell – Musiktherapie
Malte Kob – Stimmforschung
Matthias Bertsch – Musikphysiologie
Axel Petri-Preis – Musikpädagogik
Caroline Heïder – Artistic Research
Jorge Sánchez-Chiong – Medienkomposition


Im Rahmen der Foto Wien 2025
Kuration: Stephan Polzer


Fotografien: Stephan Polzer, Caroline Heïder, Luisa Ricciarini u.a.
Ausstellungsdesign: Max Kure, Leo Mühlfeld, Anton Posch (LMGI)