Sound of Insight
Gestaltung einer räumlichen Erfahrung, die Forschung in multisensorielle Begegnungen an der MDW Wien übersetzt.

Die drei Säulen der Universitäten
Universitäten basieren auf drei grundlegenden Säulen: Lehre, Forschung und der dritten – oft übersehenen – Säule des Aufbaus öffentlichen Verständnisses und der Kommunikation ihres Fachgebiets. Sound of Insight entstand, um diese essenzielle dritte Kategorie zu stärken und die komplexe Forschung der verschiedenen Institute der MDW Wien in eine zugängliche räumliche Erfahrung zu übersetzen.

Die von Stephan Polzer kuratierte Ausstellung eröffnete im Rahmen der Foto Wien 2025, lief von Oktober bis September und zielte darauf ab, Einblicke in künstlerische und Forschungspraktiken verschiedener Institute und Labore der Universität durch die Linse audiovisueller Medien und Fotografie zu geben.
MDW Future Art Lab
Die Standortwahl war entscheidend für den Erfolg der Ausstellung. Das Future Art Lab der MDW bot ein Gebäude, dessen Gänge in ständigem Fluss existieren – Treppen schwingen in runde Ecken, offene Grundrisse verschmelzen nahtlos und schaffen eine dynamische architektonische Leinwand, die die fließende Natur der Forschung selbst widerspiegelt.
In diesen fließenden Bereichen schufen wir geschichtete Informationsaustausch-Hotspots, jeder fokussiert auf ein anderes Thema einer anderen Institution. Die Architektur selbst wurde Teil der Erzählung, ihre organische Geometrie unterstützte die Idee von Forschung als lebendige, sich entwickelnde Praxis.

Visuelles System
Das bestehende monotone Farbschema des Future Art Lab stellte sowohl eine Herausforderung als auch eine Chance dar. Wir erreichten visuelle Klarheit durch die Implementierung unseres eigenen kräftigen Farbcodiersystems, bei dem jeder Forschungsbereich durch lebendige Farben unterschieden wurde, die bewusst im Kontrast zur neutralen Palette des Gebäudes standen.
Dieser Ansatz schuf distinkte Informationszonen und bewahrte gleichzeitig die Gesamtkohärenz im gesamten Raum. Die kräftigen Farben fungierten als Orientierungselemente und führten Besucher·innen durch verschiedene Forschungsgebiete, während sie die einheitliche Identität der Ausstellung bewahrten.

Typografie
Wir wählten Raster Grotesk als unsere Hauptschrift – eine Entscheidung, die sowohl das Digitale als auch das Analoge verkörperte, wie Klangwellen, die durch den Raum reisen, aber diskret wie Bits in einer Maschine.
Diese Philosophie durchzog die gesamte Ausstellung, mit abgerundeten Ecken und kräftigen Farben, die eine konsistente visuelle Sprache schufen, die alle grafischen Elemente vereinte und gleichzeitig das Thema der Forschung als grenzenlose Erkundung unterstützte.

Medien-Setup
Für die Präsentation audiovisueller Arbeiten konstruierten wir drei maßgeschneiderte Sockel, jeder mit einem Mediaplayer und Bildschirm für Videopräsentationen ausgestattet. Ein Projektor wurde strategisch montiert, um großformatige Projektionen von Informationen und Forschung zu ermöglichen und Momente der Immersion im fließenden architektonischen Raum zu schaffen.
Die Medieninfrastruktur war darauf ausgelegt, unaufdringlich aber effektiv zu sein, sodass der Forschungsinhalt im Zentrum stand und gleichzeitig die technische Grundlage für audiovisuelle Präsentationen bot. Jede Station konnte unabhängig funktionieren und trug dennoch zur Gesamterzählung der Ausstellung bei.
Überblick
Sound of Insights entstand aus dem grundlegenden Wunsch, Forschung in räumliche Erfahrung zu übersetzen und das Publikum auf multisensorielle Weise zu erreichen. Die Herausforderung war: eine ansprechende Ausstellung in einem funktionierenden Gang zu schaffen, der während des normalen Universitätsbetriebs zugänglich bleiben musste.
Wir erreichten dieses Ziel durch grafische Sprache, strategische audiovisuelle Interventionen und extensive Nutzung verfügbarer Wandflächen, alles akzentuiert und geleitet durch gezielte Beleuchtung. Das Ergebnis war eine Ausstellung, die sowohl als Informationsdisplay als auch als Zeugnis für die Macht des Designs funktionierte, komplexe Forschung zugänglich und ansprechend zu machen.

Credits
Inhaltliche Partner:
Alex Hofmann – Musikalische Akustik
Elsa Campbell – Musiktherapie
Malte Kob – Stimmforschung
Matthias Bertsch – Musikphysiologie
Axel Petri-Preis – Musikpädagogik
Caroline Heïder – Artistic Research
Jorge Sánchez-Chiong – Medienkomposition
Im Rahmen der Foto Wien 2025
Kuration: Stephan Polzer
Fotografien: Stephan Polzer, Caroline Heïder, Luisa Ricciarini u.a.
Ausstellungsdesign: Max Kure, Leo Mühlfeld, Anton Posch (LMGI)


